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Ausbildungsreform 2026: Was sich wirklich ändert

Frankreichs Ausbildungssystem erlebt seine größte Reform seit dem Gesetz von 2018. Das am 28. Februar 2025 im Journal officiel veröffentlichte Gesetz vom 27. Februar 2025 und seine Anwendungstexte gestalten den Vertrag, seine Dauer, seine Finanzierung und seine Kontrolle grundlegend neu. Viele Maßnahmen gelten bereits, der Rest tritt zum Schulbeginn 2026 in Kraft. Hier ist, was sich wirklich ändert — am Text verifiziert.

Kurz gesagt: Die Ausbildungsreform 2026 vereinfacht den Vertragsabschluss (einfache Erklärung, Ende der Dreets-Registrierung), erweitert die mögliche Dauer von 6 Monaten auf 3 Jahre, hebt die Arbeitszeit für minderjährige Auszubildende an und überarbeitet die NPEC-Festlegung (12 000-€-Obergrenze auf Stufe 5 ausgedehnt, rund 3 500 „Zertifizierungsbündel" statt 800 000). Die Einstellungshilfe wird bis 31. Dezember 2026 verlängert; die Führerschein-B-Hilfe entfällt für neue Verträge.

Wen betrifft die Reform 2026?

Die Reform gilt für alle neuen Ausbildungsverträge, die ab dem 1. März 2025 unterzeichnet werden, in mehreren Etappen:

  • 1. März 2025: Abschaffung der Registrierung, neue Vertragsdauer, Abschaffung der Führerschein-B-Hilfe, Abschaffung der Sonderhilfe für Arbeitgeber behinderter Auszubildender (Agefiph-Hilfen bestehen fort).
  • 1. Januar 2026: Inkrafttreten der NPEC-Reform (Übernahmeebenen), die den Pro-Vertrag-Tarif darstellen, der von den OPCO an die CFAs gezahlt wird.
  • 2026-2027: schrittweise Einführung der neuen NPEC durch France Compétences nach Konsultation der Branchen.

„Das erklärte Ziel ist die administrative Vereinfachung, um Einstellungen freizusetzen, und die finanzielle Verantwortung der Akteure des Sektors", fasst das Pressedossier des Arbeitsministeriums vom April 2025 zusammen.

Wie lange dauert ein Ausbildungsvertrag 2026?

Die Dauer ist nicht mehr auf mindestens 1 Jahr begrenzt. Sie wird nun frei zwischen 6 Monaten und 3 Jahren festgelegt, je nach Ausbildungszyklus des Auszubildenden. In der Praxis:

Angestrebter AbschlussBisherige Dauer (typisch)Neue mögliche Dauer
CAP, kurzer Berufstitel1-2 Jahre6 Monate bis 2 Jahre
Bac pro, BP2-3 Jahre1-3 Jahre
BTS, BUT (Bachelor+2)1-2 Jahre6 Monate bis 2 Jahre
Licence, Bachelor (Bachelor+3)1 Jahr1-2 Jahre
Master, Ingenieur (Bachelor+5)2 Jahre1-3 Jahre

Für minderjährige Auszubildende kann die Arbeitszeit nun 30 Stunden pro Woche erreichen, gegenüber der bisherigen Höchstgrenze von 35 Stunden, mit der Möglichkeit von Überstunden nach den Vorgaben des Arbeitsgesetzbuchs. Personen unter 16 Jahren sind nicht mehr der vorherigen ärztlichen Eignungsuntersuchung unterworfen.

Wie schließt man 2026 einen Ausbildungsvertrag ab?

Das Abschlussverfahren wurde vollständig vereinfacht. In der Praxis:

  1. Der Arbeitgeber gibt die DPAE (Vorabmeldung zur Einstellung) ab, wie für jeden anderen Mitarbeiter.
  2. Der Vertrag wird zwischen Arbeitgeber und Auszubildendem unterzeichnet (CERFA-Formular wird weiterhin verwendet, jedoch ohne Pflicht zur Übermittlung an die Verwaltung).
  3. Keine Übermittlung mehr an die Dreets oder an den OPCO. Der Vertrag gilt ab dem Einstellungsdatum als gültig.

⚠️ Nachträgliche Kontrolle: Die Dreets kann die Vertragskonformität weiterhin im Nachhinein prüfen. Das Fehlen eines CERFA oder die absichtliche Nichtübermittlung bleibt ein formaler Verstoß, der zur Umqualifizierung in einen befristeten oder unbefristeten Arbeitsvertrag und zur Rückzahlung der erhaltenen Hilfen führen kann.

Um ein aufnehmendes Unternehmen zu finden oder die aktuellen Arbeitgeberhilfen zu prüfen, führen unsere Leitfäden Schritt für Schritt durch die Praxis.

Welche neue Rolle spielt der Ausbildungsmeister?

Die Reform stärkt die Rolle des Ausbildungsmeisters:

  • Er kann nun 3 Auszubildende gleichzeitig betreuen (zuvor 2), plus 1 Wiederholer.
  • CFAs dürfen selbst ihre eigenen Auszubildenden einstellen, was bisher verboten war: ein zusätzlicher Hebel für die Schulen.
  • Das Kündigungsverfahren bei schwerem Fehlverhalten oder wiederholten Verstößen ist sicherer geworden, mit einer Anhörung vor einem CCIE (Schlichtungsausschuss) innerhalb von 2 Monaten und einer möglichen Berufung beim Minister für Berufsbildung.

Alles zu dieser Rolle erfahren Sie in unserem ausführlichen Artikel über den Ausbildungsmeister.

Zwei Fachleute in einem formellen Gespräch erörtern Dokumente zum Ausbildungsvertrag

Wie funktioniert die neue NPEC 2026?

Die NPEC (Übernahmeebene) ist der Pauschalbetrag, den die OPCO den CFAs für jeden Ausbildungsvertrag zahlen. Ihre Reform ist das zentrale wirtschaftliche Standbein des Jahres 2026:

  • Die Zahl der unterschiedlichen NPEC sinkt von rund 800 000 auf etwa 3 500, gruppiert in „Zertifizierungsbündel" nach Beruf.
  • Die 12 000-€-Obergrenze (bisher Stufen 6-7, also Licence und Master vorbehalten) wird auf Stufe 5 ausgedehnt (BTS, BUT, einige RNCP-Titel auf Bachelor+2-Niveau).
  • Branchen können NPEC um bis zu 30 % modulieren, um die tatsächlichen Ausbildungskosten zu berücksichtigen.
  • Das Festlegungsverfahren, das Anfang 2026 vom Verwaltungsrat von France Compétences gebilligt wurde, verlängert den Zeitplan um einen Monat.

Für Arbeitgeber bedeutet dies indirekt eine Stabilisierung der Vertragskosten nach mehreren Jahren des Anstiegs. CFAs müssen die Umgestaltung ihres Wirtschaftsmodells vorhersehen: bei konstantem Gesamtbudget werden einige kurze Titel besser finanziert, andere (lange in Branchen mit niedrigen realen Kosten) könnten eine geringere NPEC sehen.

Wie entwickeln sich die Kontrollen?

Die Reform legt den Schwerpunkt auf Betrugsbekämpfung und Ausbildungsqualität:

  • Neuer Erlass im Staatsrat, der den OPCO zusätzliche Kontrollpunkte hinzufügt (Anwesenheitsprüfung, Konformität der CFA/Unternehmenspläne).
  • Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Sozial- und Steuerbetrug, am 11. Mai 2026 endgültig verabschiedet: verschärfte Sanktionen gegen CFAs, die falsche Angaben zu Erfolgs-, Integrations- und Abbruchquoten machen.
  • Anonyme Kontrollen sind nun möglich, um die Angemessenheit der Ausbildungen zu prüfen.
  • Verwendung der NIR (Sozialversicherungsnummer) ist zur Kreuzprüfung von Anmelde-, Anwesenheits- und Prüfungsdaten erlaubt.

💡 Für Auszubildende ist dieser Aspekt schützend: Er stellt sicher, dass die angekündigte Ausbildung der tatsächlich erteilten Ausbildung entspricht und dass ein im RNCP eingetragenes Diplom einen überprüfbaren Wert hat.

Wird die Einstellungshilfe verlängert?

Ja, die Einstellungshilfe für Auszubildende wird bis zum 31. Dezember 2026 verlängert, mit folgenden Beträgen:

UnternehmensgrößeDiplom ≤ BachelorDiplom Bachelor+3 bis +5
Weniger als 250 Mitarbeitende5 000 €8 000 €
250 Mitarbeitende und mehr0 € (gestrichen)0 € (gestrichen)

Die Hilfe wird im ersten Vertragsjahr unter der Bedingung gezahlt, dass der Arbeitgeber seinen Pflichten nachkommt. Details zur Berechnung und zu den erforderlichen Unterlagen finden Sie in unserem Artikel über Einstellungshilfen für Auszubildende 2026.

Was ist zum Schulbeginn 2026 konkret zu tun?

Wenn Sie Auszubildender sind:

  1. Prüfen Sie, dass Ihr Vertrag dem neuen Rahmen entspricht (Dauer, DPAE, Ausbildungsmeister).
  2. Rechnen Sie mit dem Ende der Führerschein-B-Hilfe für nach dem
    1. März 2025 unterzeichnete Verträge.
  3. Melden Sie Ihrem CFA Verstöße gegen die Ausbildungsverpflichtungen.

Wenn Sie Arbeitgeber sind:

  1. Aktualisieren Sie Ihre Vertragsvorlagen und HR-Prozesse.
  2. Beantragen Sie die Einstellungshilfe vor dem 31. Dezember 2026.
  3. Verfolgen Sie die für Ihre Branche geltenden neuen NPEC über France Compétences und Ihren OPCO.

Wenn Sie ein CFA leiten:

  1. Kartieren Sie Ihre Zertifizierungen, um Ihr NPEC-„Bündel" zu identifizieren.
  2. Sichern Sie Ihre Anwesenheits- und Integrationsdaten, um Kontrollen vorzubereiten.
  3. Nutzen Sie die neue Möglichkeit, eigene Auszubildende einzustellen.

Die duale Ausbildung bleibt 2026 einer der effektivsten Wege in den Beruf: Laut den von der Depp veröffentlichten InserJeunes-Zahlen sind 62 % der Auszubildenden vom CAP bis zum BTS sechs Monate nach ihrem Abschluss in Beschäftigung, gegenüber 41 % über den Schulweg. Die Reform zielt darauf ab, diesen Weg zu vereinfachen, ohne seine Wirksamkeit zu verändern.

Um weiterzulesen, besuchen Sie unsere Hilfen- und Gehaltssimulatoren und die aktuellen Angebote für duale Ausbildung auf SuperAlternance.

Häufig gestellte Fragen

Was ändert sich 2026 bei der Ausbildung?

Die Reform 2026 (Gesetz vom 27. Februar 2025) verlängert die mögliche Vertragsdauer von 6 Monaten auf 3 Jahre, vereinfacht die Anmeldeformalitäten, hebt die Arbeitszeitgrenze für minderjährige Auszubildende an und überarbeitet die Festlegung der NPEC, die von France Compétences an die CFAs gezahlt werden, mit einer Obergrenze von 12 000 €, die von Stufe 6-7 auf Stufe 5 ausgedehnt wird.

Wie lange dauert ein Ausbildungsvertrag 2026 maximal?

Mit der Reform kann der Vertrag für eine Dauer zwischen 6 Monaten und 3 Jahren frei gewählt werden, je nach Ausbildungszyklus. Diese Flexibilität ist besonders für kurze Zertifizierungen (berufliche Titel, CQP) und lange Diplome (Master-Niveau) nützlich.

Wird der Ausbildungsvertrag weiterhin bei der Dreets registriert?

Nein. Die vorherige Registrierung wird durch eine einfache Erklärung (DPAE) ersetzt. Der Vertrag muss nicht mehr an die Dreets oder an den OPCO übermittelt werden: Das Verfahren ist vollständig digitalisiert, aber eine nachträgliche Kontrolle bleibt möglich.

Wird der Führerschein-Zuschuss weiterhin an Auszubildende gezahlt?

Der Führerschein-Zuschuss Klasse B (500 €) wird für Verträge, die ab dem 1. März 2025 unterzeichnet wurden, gestrichen. Zuvor unterzeichnete Verträge bleiben anspruchsberechtigt. Die Einstellungshilfe (5 000 € bis 8 000 €) wird bis zum 31. Dezember 2026 verlängert.

Wie verfolge ich die Entwicklung der NPEC für mein CFA?

Die NPEC (Übernahmeebene) wird von France Compétences nach Anhörung der Branchen festgelegt. Die Reform 2026-2027 reduziert die Zahl der unterschiedlichen NPEC von rund 800 000 auf etwa 3 500 „Zertifizierungsbündel“ und begrenzt die NPEC auf 12 000 € für Stufe 5. CFAs sollten regelmäßig die Website von France Compétences und ihres OPCO konsultieren.

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