Sie beginnen zum Schulstart 2026 eine Ausbildung (apprentissage)? Ein obligatorischer Schritt erwartet Sie vor (oder kurz nach) Ihrem ersten Tag im Unternehmen: die ärztliche Einstellungsuntersuchung. Die gute Nachricht: Sie sind kein Arbeitnehmer wie alle anderen — das Gesetz schützt Sie stärker. Hier ist die praktische Anleitung.
Zusammenfassung: jeder Auszubildende, ob volljährig oder minderjährig, muss vor oder kurz nach der Einstellung eine ärztliche Untersuchung absolvieren. Für einen Volljährigen auf einem Arbeitsplatz ohne besondere Risiken ist es eine VIP (Visite d'Information et de Prévention), die innerhalb von 2 Monaten durchzuführen ist. Für einen Minderjährigen, einen Nachtarbeiter oder einen Arbeitsplatz mit besonderen Risiken ist es eine Eignungsuntersuchung durch den Betriebsarzt, bvor Beginn der Tätigkeit. Der Arbeitgeber übernimmt alles: bezahlte Arbeitszeit, erstattete Fahrtkosten, kostenlose Untersuchung über den SPST-Beitrag. Seit dem Dekret Nr. 2026-503 vom 12. Juni 2026 ist die Wiedereingliederungsuntersuchung nach einer Arbeitsunterbrechung vereinfacht: Sie ist nicht mehr erforderlich, wenn in den vorangegangenen 30 Tagen eine Vor-Wiedereingliederungsuntersuchung ohne Anpassungsvorschlag stattgefunden hat.
Wen betrifft die ärztliche Einstellungsuntersuchung?
Alle Auszubildenden, ohne Ausnahme, nehmen mindestens eine Untersuchung vor Ende ihres zweiten Vertragsmonats wahr. Das Arbeitsgesetzbuch (Code du travail) unterscheidet zwei Regelungen:
- Die allgemeine Regelung: die VIP (Visite d'Information et de Prévention), durchzuführen innerhalb von 2 Monaten nach der Einstellung. Sie wird von einer arbeitsmedizinischen Fachkraft durchgeführt (Arzt, Krankenschwester, Assistenzarzt).
- Die verstärkte Regelung: die ärztliche Eignungsuntersuchung (SIR),
vor Beginn der Tätigkeit abzulegen. Sie ist obligatorisch, wenn:
- Sie ein minderjähriger Auszubildender sind, der gefährlichen Arbeiten zugewiesen ist (mit Ausnahmegenehmigung), oder Nachtarbeiter;
- Sie einen Arbeitsplatz mit besonderen Risiken ausüben (Asbest, Blei, krebserregende Stoffe, ionisierende Strahlung, Auf- und Abbau von Gerüsten usw.);
- Ihr Gesundheitszustand dies erfordert.
Die Eignungsuntersuchung wird zwingend vom Betriebsarzt durchgeführt — nicht von einer Krankenschwester. Für weitere Informationen erläutert die Website des Ministère du Travail jede Situation.
Welche Fristen gelten für den Schulstart 2026?
| Situation des Auszubildenden | Gesetzliche Frist | Art der Untersuchung |
|---|---|---|
| Volljährig, Arbeitsplatz ohne besondere Risiken | Innerhalb von 2 Monaten nach der Einstellung | VIP |
| Minderjährig, oder Nachtarbeiter, oder Arbeitsplatz mit Risiken | Vor der Zuweisung zum Arbeitsplatz | Eignungsuntersuchung (SIR) |
| Regulärer Arbeitnehmer (Erinnerung) | 3 Monate | VIP |
Die verkürzte Frist von 2 Monaten für volljährige Auszubildende stellt einen verstärkten Schutz im Vergleich zur allgemeinen Regelung dar (3 Monate für reguläre Arbeitnehmer). Es handelt sich um eine oft verkannte Besonderheit der Ausbildung.
Für Verträge, die im September 2026 beginnen, bedeutet dies konkret, dass die VIP spätestens Ende Oktober 2026 stattfinden muss. Viele Arbeitgeber planen sie lieber in den ersten Wochen parallel zur Einarbeitung, um sie nicht zu vergessen.
Wer finanziert und organisiert die Untersuchung?
Der Arbeitgeber ist für die Organisation verantwortlich. Konkret:
- Am Tag der Einstellung kontaktiert er Ihre SPST (Service de Prévention et de Santé au Travail), früher „arbeitsmedizinischer Dienst" genannt.
- Die SPST hat 8 Tage Zeit, um die Untersuchung innerhalb der gesetzlichen Frist zu organisieren.
- Bei Nichtverfügbarkeit der SPST kann die VIP einem Stadtarzt übertragen werden, der eine Vereinbarung mit der SPST getroffen hat.
- Wenn Sie sich in einer Situation mit Behinderung befinden, ist eine spezifische Untersuchung vorgesehen — zögern Sie nicht, unseren Artikel über Ausbildung und Behinderung (RQTH) zu lesen, um Ihre zusätzlichen Rechte kennenzulernen.
Kostenmäßig wird nichts von Ihnen verlangt: der SPST-Beitrag wird vollständig vom Arbeitgeber gezahlt, die Untersuchungszeit wird als Arbeitszeit vergütet, und die Fahrtkosten dorthin werden erstattet. Zur Erinnerung finden Sie auf finanzielle Hilfen auch alle finanziellen Unterstützungen, auf die Sie als Auszubildender Anspruch haben.
Was wird bei der Untersuchung überprüft?
Die VIP ist keine „altmodische" Einstellungsuntersuchung. Ziel ist es, Sie über die Risiken Ihres Arbeitsplatzes zu informieren, mögliche gesundheitliche Probleme zu erkennen und Sie bei Bedarf zu orientieren. Konkret führt die medizinische Fachkraft Folgendes durch:
- erfasst Ihre Krankengeschichte und Impfungen;
- bewertet Ihren Gesundheitszustand im Hinblick auf den Arbeitsplatz;
- informiert Sie über berufliche Risiken (Lärm, Chemikalien, Körperhaltung, Bildschirme, RPS usw.);
- sensibilisiert Sie für gute Praktiken (Bewegungen und Haltungen, PSA, Flüssigkeitszufuhr, Rücktrittsrecht);
- kann Sie an den Betriebsarzt verweisen, wenn eine vertiefte Betreuung erforderlich ist.
Die Eignungsuntersuchung, die eingehender ist, umfasst zusätzlich ergänzende Untersuchungen (Audiometrie, Spirometrie, Sehtest usw.) je nach Risiken des Arbeitsplatzes. Für Auszubildende in CAP Küche, BTP (Bauwesen), Industrie oder Gesundheitswesen sind beispielsweise einige dieser Untersuchungen systematisch.

💡 Tipp: bereiten Sie sich auf die Untersuchung vor, indem Sie Ihre aktuellen Impfungen (insbesondere DTP, Hepatitis B für Gesundheitsberufe, BCG je nach Fall), Ihre laufenden Behandlungen und Ihre Krankengeschichte auflisten. Das beschleunigt die Konsultation.
Was ändert das Dekret Nr. 2026-503 vom 12. Juni 2026
Das Dekret Nr. 2026-503 vom 12. Juni 2026 ist relativ unbemerkt geblieben, betrifft jedoch direkt die Auszubildenden im Falle einer Arbeitsunterbrechung. Es vereinfacht die Wiedereingliederungsuntersuchung:
- Vorher: die Wiedereingliederungsuntersuchung war nach jeder Unterbrechung von 30 Tagen (Arbeitsunfall) oder 60 Tagen (Krankheit) obligatorisch.
- Jetzt: wenn in den vorangegangenen 30 Tagen eine Vor-Wiedereingliederungsuntersuchung stattgefunden hat und der Betriebsarzt keinen Anpassungsvorschlag formuliert hat, ist die Wiedereingliederungsuntersuchung nicht mehr erforderlich.
Diese Maßnahme zielt darauf ab, die SPSTs zu entlasten, deren Arbeitslast seit dem Mangel an Betriebsärzten explodiert ist. Für einen Auszubildenden, der nach einer längeren Krankheit zurückkehrt, bedeutet dies konkret weniger Papierkram und eine reibungslosere Rückkehr an den Arbeitsplatz. Die regelmäßige Nachsorge (Erneuerung alle maximal 5 Jahre, 3 Jahre für Menschen mit Behinderungen, 2 Jahre für Minderjährige) bleibt unverändert.
Was tun, wenn die Untersuchung nicht geplant ist?
Wenn Sie nach Ihrer Einstellung feststellen, dass die ärztliche Untersuchung nicht fristgerecht geplant ist:
- Erinnern Sie Ihren Arbeitgeber (per E-Mail, um einen Nachweis zu behalten). Er ist es, der die SPST kontaktieren muss.
- Kontaktieren Sie die SPST direkt, mit Ihrem Ausbildungsvertrag zur Hand.
- Wenden Sie sich an den Betriebsarzt aus eigener Initiative: das Gesetz erlaubt Ihnen, jederzeit eine Untersuchung zu beantragen, ohne Ihren Antrag begründen zu müssen.
- Als letztes Mittel: verständigen Sie die Arbeitsaufsicht oder Ihren CFA — ein Arbeitgeber, der der Untersuchungspflicht nicht nachkommt, riskiert eine Sanktion, und der CFA hat ein Interesse daran, dass die Formalität erfüllt wird.
⚠️ Das Fehlen einer ärztlichen Untersuchung hindert Sie nicht daran zu arbeiten, bringt Ihren Arbeitgeber jedoch in einen Verstoß. Heben Sie Nachweise auf.
Zusammenfassung: Ihre Rechte auf einen Blick
- Die VIP ist innerhalb von 2 Monaten obligatorisch für einen volljährigen Auszubildenden auf einem Arbeitsplatz ohne besondere Risiken.
- Die Eignungsuntersuchung ist vor Beginn der Tätigkeit obligatorisch für Minderjährige, Nachtarbeiter und Arbeitsplätze mit besonderen Risiken.
- Alles wird vom Arbeitgeber übernommen: bezahlte Arbeitszeit, erstattete Fahrtkosten, kostenlose Untersuchung.
- Sie können jederzeit selbst eine Untersuchung beim Betriebsarzt beantragen.
- Seit dem 12. Juni 2026 (Dekret Nr. 2026-503) ist die Wiedereingliederungsuntersuchung vereinfacht, wenn kürzlich eine Vor-Wiedereingliederungsuntersuchung stattgefunden hat.
Um weiterzugehen, bereiten Sie parallel auch Ihre Unternehmenssuche und Ihren Vergütungssimulator vor: die ärztliche Untersuchung ist nur ein Schritt unter vielen des Schulstarts 2026.